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Ich hatte ein schönes Leben

„Eine Frau im Hospiz möchte ihre Lebensgeschichte aufschreiben. Kannst du dir vorstellen, sie dabei zu unterstützen?“. Die Anfrage unserer Koordinatorin sprach mich sofort an. Mit Laptop und schneller Schreibtechnik im „Zwei-Finger-Hacksystem“ konnte es losgehen.

Bereits bei meiner Vorstellung sprang der Funke über. Unsere Herkunft aus der gleichen Region Deutschlands schaffte sofort eine Verbundenheit. Ihr Anliegen war es, mit der Niederschrift ihrer Lebensgeschichte ihren Angehörigen etwas von sich zu hinterlassen, ihnen Anteil zu geben an ihrem gesamten Leben.

Insgesamt besuchte ich sie an fünf Terminen. An einem sehr intensiven Erzähltag saß ich fünf Stunden bei ihr. Sie war voller Energie und Erzählfreude, auch wenn es ihr körperlich schon schlechter ging.

Ich tauchte mit ihr in ihr Leben ein, von der Geburt über verschiedene spannende Lebensstationen bis hin ins Hier und Jetzt. Ergreifend war der Moment, als sie vom Kennenlernen ihres bereits verstorbenen Ehegatten erzählte. In unseren Begegnungen merkte ich, dass nicht nur sie voller Dankbarkeit für die Unterstützung war, sondern auch ich fühlte mich beschenkt, an diesem Leben mit allen Hochs und Tiefs Anteil nehmen zu dürfen. Vieles hat in mir ein Fragen bezogen auf meine persönliche Lebensgestaltung ausgelöst.

Als Titel ihrer persönlichen Geschichte wählte sie: „Ich hatte ein schönes Leben“. Das berührte mich sehr, weil diese Lebensfreude bei allen Schwierigkeiten authentisch spürbar war.

Als der letzte Satz getippt und die Überschrift verfasst war, gab sie mir ihr Einverständnis ihre Lebensgeschichte als Gesamtwerk vorzulesen. Ich las ihr vor, was sie mir in den letzten zwei Wochen diktiert hatte. Ergreifend! Im Grunde war es gar nicht mehr entscheidend, ob und wie die Angehörigen auf das Schreibwerk reagierten. Entscheidend war der gemeinsame Prozess, die gemeinsame Zeit, das gemeinsame Eintauchen in die Lebensgeschichte, meine Zuhörbereitschaft.

Die kostbaren Stunden waren ein Stück erlebbare Lebensqualität am Lebensende. Ein „Projekt“, dass sie nun abgeschlossen hatte. Etwa 2,5 Wochen später starb sie.

K.Arens

#lebensgeschichte #lebensqualität #ehrenamt

2021 09 27 Katja Arens Bericht 

Foto: Pixabay

 

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